Unsere Schule ist eine gebundene Ganztagsschule und eine reformpädagogische Gemeinschaftsschule. Die Vielfalt unserer Schülerinnen und Schüler betrachten wir als Normalfall. Alle Pädagoginnen und Pädagogen fühlen sich für alle Kinder und Jugendlichen verantwortlich. Strukturelemente im Rahmen eines Inklusionskonzepts unterstützen diesen Anspruch. Den Bericht der Schulinspektion über unsere Schule (Stand 2017) findet man hier.

Unsere Schülerinnen und Schüler lernen den ganzen Tag im Wechsel zwischen Spannung und Entspannung von und miteinander. Feste Rituale prägen den Schulalltag und die Woche, im Schuljahreskalender organisieren Kleine und Große Begegnungen und Feste gemeinsam.

Wir beginnen den Tag in allen Klassen der Grundstufe und der Mittelstufe mit dem Morgenkreis, in der Oberstufe mit dem Meeting. Hier stimmen wir uns auf den Tag ein und besprechen mögliche Vorfälle oder Ereignisse des Vortages. Der Unterricht findet in 90-Minuten-Blöcken statt, so dass viel Lernzeit vorhanden ist, um sich auf eine Sache in Ruhe einlassen zu können.

Nach dem gemeinsamen Frühstück – in der Grundstufe ist das ein Bücherfrühstück, bei dem die Älteren den Kleinen vorlesen – folgt eine bewegte Pause, in der sich die Schülerinnen und Schüler eine sportliche Aktivität wählen müssen. Nach einem weiteren Unterrichtsblock folgen noch Übungsphasen und das gemeinsame Mittagessen mit einer Pause. Der Tag endet mit einem Unterrichtsblock oder in der Grundstufe mit einem Freizeitblock oder Arbeitsgemeinschaften.

In der Grundstufe ist eine Klassenlehrerin bzw. ein -lehrer und eine Erzieherin oder ein Erzieher für je eine Klasse verantwortlich. Diese beiden Kollegen begleiten und betreuen die Kinder den Tag über. In der Mittelstufe wird jede Klasse von zwei Klassenlehrerinnen oder -lehrern geleitet. Diese unterrichten mit möglichst vielen Stunden in ihrer eigenen Klasse. Auch in der Oberstufe wird das Klassenlehrer-Prinzip fortgeführt. So ist ein enger Bezug und eine individuelle Beratung und Unterstützung gewährleistet.

Wir legen großen Wert auf die Mitarbeit der Eltern und geben jede Woche eine Wochenbenachrichtigung mit nach Hause, auf der die Schülerinnen und Schüler ihre persönlichen Ziele aufschreiben und die Lehrkräfte eine Rückmeldung geben.
Zweimal im Schuljahr führen wir Schüler-Eltern-Lehrer-Gespräche, in denen die Schülerinnen und Schüler im Mittelpunkt stehen und ihre Lernprozesse reflektieren sowie sich Ziele setzen.

In der Grundstufe und in der Mittelstufe wird in jahrgangsübergreifenden Lerngruppen in so genannten „binnendifferenzierten Lernumgebungen“ gelernt. Das bedeutet, dass die Lehrkräfte ca. 10 Stunden doppelt in den Klassen sind und im Rahmen des „Teamteachings“ (Unterrichten im Team) die Schüler gezielt fördern und fordern. Weiterhin unterstützen Förderpädagoginnen und -pädagogen einzelne Kinder im Unterricht. Sie beraten außerdem die Lehrkräfte und helfen bei der Erstellung von Förderplänen und deren Umsetzung.

Ein Kernstück unseres Unterrichts sind die Lernwerkstätten in der Mittelstufe – als konsequente Fortführung eines in der Grundstufe angelegten forschenden und Projekt orientierten sowie Fächer übergreifenden Lernens im sachunterrichtlichen und ästhetischen Bereich.

In diesen Stunden forschen die Schülerinnen und Schüler an selbst gewählten Themen, planen, recherchieren, fassen zusammen und präsentieren – in durchaus unterschiedlicher Weise, je nachdem an welcher Stelle sich der oder die Einzelne methodisch und inhaltlich auf seinem bzw. ihrem Lernweg befindet.

Im vorfachlichen Unterricht in der Grundstufe werden neben dem Erlernen der Grundfertigkeiten im Lesen, Schreiben und in der Mathematik rotierend an sachunterrichtlich Themen in den Bereichen der Naturwissenschaften, der Geografie, Geschichte Kompetenzen erworben. Sie basieren stark auf Handlungsorientierung und praktischem Erleben. Sportliche Aktivitäten und Bewegungsangebote werden in den Freizeitstunden vertieft und gemeinschaftliches Erleben wird gestärkt. Dieses wird in der Mittelstufe in den so genannten Basisfächern fortgesetzt, die epochal in den Gesellschaftswissenschaften vorwiegend von den Klassenlehrerinnen und -lehrern, in den Naturwissenschaften und den musisch-ästhetischen Fächern hingegen von Fachlehrkräften unterrichtet werden.

Ziel ist es auch hier, im besten Fall Fächer verbindend, mindestens aber an ein aktuelles Thema eines Fachs andockend Kompetenzen zu vermitteln. In der Oberstufe mündet das dann in die entsprechende Wahl von Grund-und Leistungskursen.

In der Mittelstufe findet vierstündig der Wahlpflicht-Unterricht statt. Hier können sich die Schülerinnen und Schüler entweder für eine zweite Fremdsprache entscheiden (Französisch oder Spanisch), oder sie wählen ein Angebot aus dem künstlerischen, musischen, handwerklichen, ernährungswissenschaftlichen, naturwissenschaftlichen oder sportlichen Bereich.

Gehören in der Grundstufe regelmäßige Exkursionen, Ausflüge und kleine Klassenfahrten zum außerschulischen Erleben und Lernen am anderen Ort, so ist das in der Mittelstufe die Landschaftsbauwoche in Gatow und die „Woche der Herausforderung“, in der Oberstufe die „Challenge“ sowie Kursfahrten ins Ausland, Skifahren u.a.m.

In Gatow erproben die Schülerinnen und Schüler ihr handwerkliches Geschick, erleben „Natur pur“, planen und organisieren selbst gewählte Arbeitsprozesse – der Weg ist das Ziel. Sie sind selbst verantwortlich für den Einkauf und das Zubereiten von Mahlzeiten, legen Beete an, arbeiten künstlerisch mit Naturmaterialien, gestalten den Ausbau eines Bauwagens mit u.a.m.

Die „Woche der Herausforderung“ und die „Challenge“ ist eine weitere Besonderheit unserer Schule. Schülerinnen und Schüler kommen für eine bzw. in der Oberstufe für zwei Wochen aus ihrer Komfortzone heraus, stellen sich einer Herausforderung (z.B. Klettern im Elbsandsteingebirge), planen und organisieren dazu alles nahezu alleine. Auch das Scheitern ist möglich und kann zum Erleben einer Herausforderung dazu gehören.

Demokratisches Handeln wird ernst genommen, Schülerpartizipation findet im Klassenrat der einzelnen Klassen statt und in der Schülervertretung (SV), die sich an der Gestaltung aktiv und engagiert beteiligt.

Zur Umsetzung unserer Ziele finden jeden Mittwoch für alle Pädagoginnen und Pädagogen der Schule verbindliche Teamsitzungen statt.

Zweimal pro Schuljahr fährt jede Junior-Klasse 7/8 nach Gatow auf das Garten- und Landschaftsbau-Gelände unseres Kooperationspartners SOS. Das Gelände befindet sich am Rand der Jaczo-Schlucht oberhalb der Havel.
Die Schülerinnen und Schüler werden von den Lehrkräften und Sozialpädagogen begleitet und erleben dort eine spannende Woche im Rahmen eines Landbauprojekts. Auf dem Gelände können die Kinder und Jugendlichen den praktischen Umgang mit Werkzeugen oder Geräten erproben, Werkstücke bauen, sie können sich im Garten und im Wald betätigen oder künstlerische Angebote mit Naturmaterialien wahrnehmen.

Auch müssen sie sich komplett vor Ort selbst versorgen. Das bedeutet, dass eine Gruppe aus der Klasse für das leibliche Wohl vom Einkauf bis zum Zubereiten und zur Ausgabe des Essens sowie für das Spülen des Geschirrs verantwortlich ist.

Auf diese Weise stellen die Schülerinnen und Schüler ihre Talente unter Beweis oder entdecken ganz neue Interessen an sich selbst. Selbstständigkeit und das Besinnen auf bodenständige und „entschleunigte“ Tätigkeiten gewinnen in diesen Wochen an Bedeutung.
Gemeinschaftliche Aktionen und Angebote zum sozialen Lernen komplettieren das Angebot und stärken die Klassengemeinschaft und das Verständnis sowie die Toleranz für- und miteinander.